Immobilienverband IVD Nord

Coronapandemie: kaum Auswirkungen auf die Zahlungen der Wohnungsmieten im Norden

  • Gemeinsame Umfrage der norddeutschen Immobilienverbände
  • Gewerbemietverhältnisse weiterhin stärker betroffen

Hamburg, 20.05.2021 – Bei Mietwohnungen in Norddeutschland kommt es kaum zu Zahlungsrückständen aufgrund der Coronapandemie. Anders stellt sich die Lage bei den Gewerbeflächen dar: Hier sind deutlich mehr Mietverhältnisse von coronabedingten Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt die vierte gemeinsame Mietenumfrage des BFW Landesverbands Nord, des Grundeigentümer-Verbands Hamburg, des IVD Nord sowie des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).

Knapp 1.000 Unternehmen sowie private Vermieterinnen und Vermieter aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beteiligten sich im Mai 2021 an der Befragung der Verbände. Insgesamt 8.468 Gewerbemietverträge wurden dabei erfasst. 13 Prozent davon sind als Folge der Coronapandemie von Zahlungsausfällen betroffen. Besonders schwierig ist die Lage erwartungsgemäß in der Hotellerie und Gastronomie sowie im Einzelhandel. „In diesen Branchen ist die Situation dramatisch. Zum Teil fällt die Hälfte aller Mieten aus“, so die Verbände. In zwei Dritteln der Fälle haben die Mietparteien bereits Zahlungsvereinbarungen getroffen. Die Vermieterinnen und Vermieter gewährten Stundungen oder Ratenzahlungen oder erließen Teile der Miete.

Nicht Gegner, sondern Partner

„In der Krise zeigt sich sehr deutlich: Mieter und Vermieter sind keine Gegner, sondern Partner“, so die Einschätzung der Verbände. „Dort, wo es Probleme gibt, finden die Betroffenen in den allermeisten Fällen selbst gute Lösungen – unbürokratisch und pragmatisch, ganz ohne gesetzlichen Druck.“

Wohnungsmieten: weniger als 1 Prozent betroffen

Schon im vergangnen Jahr hatten die Umfragen der Verbände gezeigt, dass die Zahlungen der Wohnungsmieten deutlich weniger von der Coronapandemie betroffen sind als die Gewerbemieten. Dies bestätigt sich jetzt: Aktuell kommt es bei weniger als einem Prozent der rund 480.000 untersuchten Wohnraummietverhältnisse coronabedingt zu Zahlungsverzögerungen. Für mehr als 70 Prozent dieser Fälle wurden bereits individuelle Vereinbarungen zur Zahlung der Miete getroffen.

Vor diesem Hintergrund sehen die Verbände die Fortsetzung des Mietenmoratoriums, wie sie die SPD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag ins Gespräch gebracht hat, kritisch. „Einerseits werden die meisten Mieten ohnehin gezahlt. Andererseits treffen Mieter und Vermieter überall dort, wo es Probleme gibt, individuelle Vereinbarungen“, fassen es die Verbände zusammen. „Den Gewerbemieterinnen und -mietern wäre am meisten damit geholfen, wenn sie in die Lage versetzt werden würden, wieder Umsätze zu erzielen. Öffnungsperspektiven helfen mehr als weitere Regulierungen.“

Peter-Georg Wagner

Geschäftsführer
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