Immobilienverband IVD Nord

Der beste Mieterschutz ist Wohnungsneubau und ein einfaches Mietrecht!

IVD-Nord-Chef Wittlinger appelliert an die Politik, die Gesetzgebung nicht weiter zu verkomplizieren.

Hamburg , 29.01.2016 "Der beste Schutz vor steigenden Mieten sind steigende Baufertigstellungszahlen“, erklärte Axel-H. Wittlinger, Vorsitzender des Immobilienverband Deutschland IVD Region Nord e.V., vor mehr als 400 Vertretern der norddeutschen Immobilienwirtschaft und -politik, die am heutigen Freitag der Einladung des IVD Nord zum Neujahrsempfang ins Hotel Hafen Hamburg gefolgt waren. "Mit untauglichen Instrumenten wie der Mietpreisbremse erreicht man aber genau das Gegenteil. Ein halbes Jahr nach der Einführung hier in Hamburg geben uns die Erfahrungen Recht: Von der Mietpreisbremse profitieren diejenigen am wenigsten, für die sie die Politik erdacht hat. Denn: Für den Vermieter ist und bleibt die Bonität des Mietinteressenten entscheidend bei seiner Auswahl und so werden nach wie vor die Gut- und Besserverdienenden zum Zuge und in den Genuss gebremster Mieten kommen.“

Mit der Mietpreisbremse sei außerdem die rechtssichere Ermittlung der zulässigen Miete nochmal schwieriger geworden - insbesondere in Orten, die gar keinen Mietenspiegel haben, wie Bremen und elf von den zwölf schleswig-holsteinischen Kommunen, in denen die Mietpreisbremse gilt, seien Mieter und Vermieter bei der Festlegung der Neuvertragsmiete völlig überfordert. "Politisches Bremsversagen auf der ganzen Linie also“, so Wittlinger in seiner Rede.

Er warnte eindringlich davor, das Mietrecht weiter zu regulieren und damit zu verkomplizieren, wie es Bundesjustizminister Heiko Maas bereits angekündigt hat. Wenn Vermieter durch die geplante weitere Veränderung des Mietrechts künftig darin behindert werden, sich für die Modernisierung des Wohnungsbestandes zu engagieren, würde sich das auch deutlich negativ auf die Mieter auswirken. Die Qualität des Wohnens in Deutschland würde sinken.

Wittlinger: "Man muss bedenken, dass der deutsche Mietwohnungsmarkt zu zwei Drittel von privaten nicht institutionellen Kleinvermietern bestimmt wird. Tendenz steigend, da die Immobilie einen immer wichtigeren Beitrag zur privaten Altersvorsorge leistet. Das Mietrecht stellt die privaten Vermieter vor zunehmende Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Ermittlung der zulässigen Miethöhe und die Durchführung von energetischen Sanierungen geht.“

Der Vorsitzende des IVD Nord betrachtete aber auch die andere Seite der Medaille: "Die Vermittlung, die Verwaltung, der Verkauf und das Betreiben einer Immobilie ist ohne qualifiziertes und spezialisiertes Fachwissen überhaupt nicht mehr möglich. Überspitzt gesagt: Mit jeder Gesetzesverschärfung werden wir, die qualifizierten Makler, Verwalter und Sachverständigen des IVD, unverzichtbarer!“
Chancen für die Branche sieht Wittlinger auch in der Digitalisierung. Einige der Start-up-Unternehmen, die mit dem Ziel angetreten sind, den Makler überflüssig zu machen, hätten bereits wieder aufgegeben. "Sie sind zu der Einsicht gekommen, dass die Dienstleistung des Maklers nicht einfach durch einen Algorithmus ersetzt werden kann“, so Wittlinger. Er appellierte an seine Kollegen, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um Routine-Aufgaben zu automatisieren und Prozesse zu verschlanken, um sich so noch besser auf die Kernkompetenz der qualifizierten Immobiliendienstleistung konzentrieren zu können.

In diesem Zusammenhang leitete der Vorsitzende des IVD Nord auf Prof. Dr. Alkis Henri Otto vom Hamburger WeltWirtschaftsInstitut über, dessen Forschungsgebiet der digitale Ausbau der Städte zu Smart Cities ist. Otto zeigte in seinem Impulsvortrag die Möglichkeiten, Chancen und Grenzen dieser Entwicklung auf: "Die Digitalisierung und der Umbau der Städte zu Smart Cities bietet große Chancen, drängende Probleme wie Verkehrsstaus, Umwelt- und Klimabelastungen zu bewältigen und die Lebensqualität der Stadtbewohner zu steigern. Digitalisierung ist aber nicht alles: Politik und Gesellschaft müssen gemeinsam ausloten, wo und in welchem Umfang smarte Technologien vor Ort sinnvoll sind und welche Spielregeln beim Datenschutz und beim Wettbewerb in der digitalen Ökonomie gelten sollen.“

Pressemitteilung IVD Nord Neujahrsempfang

Peter-Georg Wagner

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