Immobilienverband IVD Nord

Gesetzliche Fortbildungsverpflichtung

Die Gesetzliche Weiterbildungsverpflichtung

Wen betrifft die gesetzliche Weiterbildungsverpflichtung

  • für ImmobilienmaklerInnen
  • WohnimmobilienverwalterInnen
  • unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkende beschäftigte Personen
  • Angestellte, die Besichtigungen durchführen, Exposees erstellen ...
  • ObjektbetreuerInnen in der Verwaltung
  • Freie MitarbeiterInnen – mit eigenem 34 c
  • InhaberIn der Gewerbeerlaubnis nach § 34 c GewO
  • Mitarbeiter aus der Buchhaltung? (eher Nein)
  • Mitarbeiter aus der technischen Abteilung – es kommt drauf an
  • Azubis: noch offen, eher Nein

Worum geht es?

20 Stunden Weiterbildung in drei Jahren für ALLE Immobilienmakler und Verwalter

Achtung: Wer eine Gewerbeerlaubnis als Makler UND Verwalter hält, muss 40 Stunden Weiterbildung in 3 Jahren nachweisen.

Wie wird gerechnet?

Beispielrechnung:

2018: 1 Stunde Weiterbildung absolviert
2019: 5 Stunden Weiterbildung absolviert
2020: 10 Stunden Weiterbildung absolviert
2021: 5 Stunden Weiterbildung absolviert
2022: 8 Stunden Weiterbildung absolviert

  • Bei Prüfung in 2021 für 2018/2019/2020 = nicht erfüllt
  • Bei Prüfung in 2022 für 2019/2020/2021 = erfüllt
  • Bei Prüfung in 2023 für 2020/2021/2022 = erfüllt

Achtung: Jedes Jahr wird ein neuer Drei-Jahres-Zeitraum in Gang gesetzt.

FAQs

  • Sind 20 Stunden in einem der drei Jahre möglich? Wohl ja
  • Können Stunden vorgetragen werden, wenn mehr als 20 Stunden Weiterbildung gebucht wird? Nein
  • Kann ich ein Jahr aussetzen? Ja, wenn insgesamt 20 Stunden in drei Jahren zusammenkommen
  • Ich habe am 1.8. eines Jahres meine Tätigkeit aufgenommen. Muss ich für das ganze Jahr die erforderlichen Stunden
    erbringen? Ja, es wird immer das ganze Jahr gerechnet
  • Ich habe fast das ganze Jahr ausgesetzt (Krankheit, Sabattical, Elternzeit etc.) – wenn Tätigkeit in dem Jahr auch
    nur in geringem Umfang erfolgt ist, muss der Weiterbildung für das ganze Jahr nachgewiesen werden
  • Ich höre in drei oder vier Jahren auf. Was muss ich tun? In den kommenden drei Jahren insgesamt 20 Stunden Weiterbildung durchführen
  • Es gilt das ganze Jahr 2018

Das sagt das Gesetz

§ 34 c GewO Abs. (2a)

1) Gewerbetreibende nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 4 sind verpflichtet, sich in einem Umfang von 20 Stunden innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren weiterzubilden; das Gleiche gilt entsprechend für unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkende beschäftigte Personen.

2) Für den Gewerbetreibenden ist es ausreichend, wenn der Weiterbildungsnachweis durch eine im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Wahrnehmung der erlaubnispflichtigen Tätigkeit angemessene Zahl von beim Gewerbetreibenden beschäftigten natürlichen Personen erbracht wird, denen die Aufsicht über die direkt bei der Vermittlung nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 oder der Verwaltung nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 mitwirkenden Personen übertragen ist und die den Gewerbetreibenden vertreten dürfen.

§ 15 b MaBV

(1) Wer nach § 34c Absatz 2a der Gewerbeordnung zur Weiterbildung verpflichtet ist, muss sich fachlich entsprechend seiner ausgeübten Tätigkeit weiterbilden. Die inhaltlichen Anforderungen an die Weiterbildung sind an den Vorgaben der Anlage 1 auszurichten. Die Weiterbildung kann in Präsenzform, in einem begleiteten Selbststudium, durch betriebsinterne Maßnahmen des Gewerbetreibenden oder in einer anderen geeigneten Form erfolgen. Bei Weiterbildungsmaßnahmen in einem begleiteten Selbststudium ist eine nachweisbare Lernerfolgskontrolle durch den Anbieter der Weiterbildung erforderlich. Der Anbieter der Weiterbildung muss sicherstellen, dass die in Anlage 2 aufgeführten Anforderungen an die Qualität der Weiterbildungsmaßnahme eingehalten werden. Der Erwerb eines Ausbildungsabschlusses als Immobilienkaufmann oder Immobilienkauffrau oder eines Weiterbildungsabschlusses als Geprüfter Immobilienfachwirt oder Geprüfte Immobilienfachwirtin gilt als Weiterbildung.

(2) Die zur Weiterbildung verpflichteten Gewerbetreibenden sind verpflichtet, nach Maßgabe des Satzes 2 Nachweise und Unterlagen zu sammeln über Weiterbildungsmaßnahmen, an denen sie und ihre zur Weiterbildung verpflichteten Beschäftigten teilgenommen haben. Aus den Nachweisen und Unterlagen müssen mindestens ersichtlich sein:

1. Name und Vorname des Gewerbetreibenden oder der Beschäftigten,
2. Datum, Umfang, Inhalt und Bezeichnung der Weiterbildungsmaßnahme sowie
3. Name und Vorname oder Firma sowie Adresse und Kontaktdaten des in Anspruch genommenen Weiterbildungsanbieters

Welche Maßnahmen der Weiterbildung werden anerkannt?

Die Art der Veranstaltungen muss bei den Aufsichtsbehörden angegeben werden.

  • Präsenzform,
  • begleitetes Selbststudium,
  • betriebsinterne Maßnahmen des Gewerbetreibenden oder
  • in einer anderen geeigneten Form

Was ist das?

  • Seminar
  • Schulung externer Seminaranbieter
  • Webseminar (Achtung: begleitetes Selbststudium!)
  • E-Learning
  • ggfls. Kongressveranstaltungen, die die Voraussetzungen erfüllen

Webinar / E-Learning

Bei reinem Selbststudium (E-Learning) muss der Anbieter eine Erfolgskontrolle gewährleisten. Das gilt auch bei Webinaren. Deshalb werden Webinare direkt wohl nicht anerkannt werden. Stattdessen können diese für betriebsinterne Maßnahmen eingesetzt werden.

Auch Lehrgänge wie der „Geprüfte Immobilienfachwirt/in“ werden anerkannt (für den Drei-Jahres-Zeitraum, in dem dieser abgelegt wird).

Die Anerkennung sonstiger Lehrgänge hängt u.a. davon ab, ob die Anbieter der Weiterbildung die Anforderungen gem. § 15 b MaBV erfüllen. Ein wichtiger Hinweis ist der Verweis in der Einladung auf die Anlage 1 zu § 15 b MaBV.

Voraussetzungen für die Anerkennung einer Einladung/Veranstaltung

  • Schriftliche Einladung
  • Erklärung über zeitlichen Umfang
  • Beschreibung der vermittelten Inhalte

Auf Seiten des Anbieters zusätzlich:

  • Mit zeitlichem Vorlauf organisiert
  • Strukturierter Ablauf, Zeitplan
  • Nachvollziehbare Beschreibung des Inhalts für TeilnehmerInnen
  • Inhalte müssen der Anlage zur MaBV entsprechen

Wie wird die Weiterbildungsverpflichtung überprüft?

Die Aufsichtsbehörde fordert auf, den Nachweis zu erbringen (keine aktive Pflicht der Firmen zum Nachweis). Die Zusammenstellung der durchgeführten Weiterbildungsmaßnahmen erfolgt in einem Vordruck. Der Nachweis muss für ImmobilienmaklerInnen/VerwalterInnen und zur Fortbildung verpflichtete (freie) Mitarbeiter erbracht werden. Die Aufsichtsbehörde kann in diesem Zusammenhang verlangen, dass der Nachweis auch für alle (freien) MitarbeiterInnen erbracht werden muss.

Die Nachweise über Weiterbildungen müssen Immobilienfirmen 5 Jahre aufbewahren (Papierform, fester Datenträger) Prüfung erfolgt für drei Jahre zusammengefasst.

Eine Ordnungswidrigkeit begeht, wer die Nachweise oder Unterlagen über absolvierte Weiterbildungen nicht oder nicht mindestens fünf Jahre aufbewahrt und/oder die Erklärung über erbrachte Weiterbildungen nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig abgibt.

Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

§ 15 b Abs 2 Satz 2 MaBV

Die in Satz 1 genannten Nachweise und Unterlagen sind fünf Jahre auf einem dauerhaften Datenträger vorzuhalten und in den Geschäftsräumen aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Weiterbildungsmaßnahme durchgeführt wurde.

§ 15 b Abs 3 MaBV

Die für die Erlaubniserteilung zuständige Behörde kann anordnen, dass der Gewerbetreibende ihr gegenüber eine unentgeltliche Erklärung über die Erfüllung der Weiterbildungspflicht in den vorangegangenen drei Kalenderjahren durch ihn und seine zur Weiterbildung verpflichteten Beschäftigten abgibt. Die Erklärung kann elektronisch erfolgen.

Länderzuständigkeiten nach § 34c GewO

Bundesland Erlaubnisbehörde  
Bremen Ortspolizeibehörde (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen/ Magistrat Bremerhaven
Hamburg Bezirksämter
Mecklenburg-Vorpommern Gewerbeämter
Niedersachsen IHK
Schleswig-Holstein IHK

Johanna Volkmar

Referentin Seminare & Veranstaltungen
Tel.: 040 35 75 99 19
Mail: johanna.volkmar@ivd-nord.de