Immobilienverband IVD Nord

Bundesweit hohe Nachfrage nach Wohneigentum – hohe Nachfrage nach Eigentumswohnungen in Mecklenburg-Vorpommern

  • Bundesweite Preisdynamik bei Mieten und Kaufpreisen lässt etwas nach
  • Wert von Einfamilienhäusern bundesweit plus 8,5 Prozent
  • Mecklenburg-Vorpommern: Eigentumswohnungen plus 8,5 Prozent, Einfamilienhäuser plus 6,2 Prozent

Der deutsche Wohnungsmarkt zeigt sich trotz Corona-Krise sehr stabil, das zeigt der aktuelle IVD-Wohnpreisspiegel 2020/2021. Der IVD Research hat dabei auf Basis von Daten aus dem ersten Halbjahr 2020 drei deutliche Trends ermittelt: Erstens: Die Mietpreise steigen bundesweit nur noch im Rahmen der Inflationsrate. Zweitens: Eigentümer können sich über einen deutlichen Wertzuwachs ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Hauses freuen. Dies ist besonders bei Einfamilien- und Reihenhäusern der Fall. Drittens: Die Werte von Eigentumswohnungen in Mecklenburg-Vorpommern steigen schneller als im Bundesdurchschnitt.

Die Werte für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert stiegen im bundesweiten Durchschnitt deutlich mit 7,5 Prozent (2019: plus 8,3 Prozent). Der durchschnittliche Kaufpreis liegt aktuell bei rund 2.330 Euro je Quadratmeter. In den Top-7-Städten fiel der Wertzuwachs mit 8,8 Prozent weiterhin stärker aus als im bundesweiten Durchschnitt. Aber auch dort zeigt sich ein leichtes Abflachen der Preiskurve (2019: plus 10,4 Prozent). Dagegen hat sich der bundesweite Wertzuwachs für Einfamilienhäuser erhöht. Im Bestand mit mittlerem Wohnwert stiegen die Preise um 8,5 Prozent (2019: plus 6,6 Prozent) auf 417.000 Euro im bundesweiten Durchschnitt. Diese positive Entwicklung zeigt sich in diesem Jahr besonders in den Mittel- und Kleinstädten.

Bei den Wohnungsmieten (Bestandswohnungen) lag das bundesweite Plus bei 2,6 Prozent (2019: plus 3,1 Prozent). Das ist der schwächste Preisanstieg der vergangenen zehn Jahre. Im Durchschnitt beträgt die (Nettokalt-)Miete pro Quadratmeter rund 8,30 Euro.

„Der Wohnungsmarkt in Deutschland zeigt sich etwas weniger dynamisch als im Vorjahr, aber weiterhin sehr robust. Größere Corona-Effekte sind nicht festzustellen. Die hohe Kaufpreisdynamik belegt das anhaltend große Interesse nach Wohneigentum. Auffällig sind in diesem Jahr die positive Entwicklung bei Einfamilienhäusern und der Trend, vermehrt ins Umland ziehen zu wollen. Beides profitiert von der Corona-Krise. Junge Familien mit Kindern suchen sich mehr Freiraum und Sicherheit in den ländlicheren Regionen. Mit Homeoffice und flexibleren Arbeitsplatzmodellen erspart man sich Pendlerzeiten. Offensichtlich nimmt diese Verschiebung der Wohnungsnachfrage auch Druck von den Wohnungsmieten“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

 

Mecklenburg-Vorpommern: Eigentumswohnungen plus 8,5 Prozent, Einfamilienhäuser plus 6,2 Prozent

Die Wohnungspreise in Mecklenburg-Vorpommern entwickeln sich ungefähr auf der Linie des bundesweiten Trends. Allerdings stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in dem nordostdeutschen Bundesland schneller als die Preise für Einfamilienhäuser. So verteuerten sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert im landesweiten Schnitt um 8,5 Prozent.

Den stärksten Preisanstieg gab es in der Landeshauptstadt Schwerin. Dort verteuerten sich Eigentumswohnungen um 12,5 Prozent. In Rostock stiegen die Kaufpreise um 10,5 Prozent und der Mittelstadt Güstrow um 5,1 Prozent. Am teuersten sind Eigentumswohnungen in den von Tourismus geprägten Orten: Binz auf Rügen mit 3.600 Euro pro Quadratmeter und Warnemünde in Rostock mit 3.500 Euro pro Quadratmeter. In Rostock beträgt der Preis 2.100 Euro pro Quadratmeter, in Schwerin 1.800 Euro pro Quadratmeter. Im landesweiten Durchschnitt beträgt der Kaufpreis pro Quadratmeter rund 1.800 Euro.

Einfamilienhäuser mit mittlerem Wohnwert weisen mit durchschnittlich 6,2 Prozent ein etwas geringeres Preisplus als im Bundesdurchschnitt auf. In Güstrow stiegen die Kaufpreise mit 12,9 Prozent besonders kräftig. In Rostock betrug der Preisanstieg 4,3 Prozent. Der landesweite Durchschnittspreis von 250.000 Euro beträgt rund zwei Drittel des deutschlandweiten Durchschnittspreises. Am teuersten sind Einfamilienhäuser in Warnemünde (500.000 Euro) und Binz (450.000 Euro). In Rostock kostet ein Einfamilienhaus 300.000 Euro, in Schwerin 230.000 Euro.

Die Bestandsmieten in Mecklenburg-Vorpommern stiegen im Durchschnitt um 2,2 Prozent, fast wie im bundesweiten Schnitt. Die höchsten Mietzuwächse gab es in Schwerin mit 5,9 Prozent, in Rostock lag der Zuwachs bei 1,9 Prozent. Der durchschnittliche Mietpreis beträgt 7,50 Euro pro Quadratmeter.

„Der Immobilienmarkt trotzt der Corona-Krise. Eigentümer können sich in Mecklenburg-Vorpommern auch im Corona-Jahr 2020 über einen weiteren Wertzuwachs ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Hauses freuen. Die regionalen Ballungsräume wie Schwerin und Rostock verzeichnen weiterhin eine anhaltend hohe Wohnungsnachfrage. Das motiviert die dortige Preisdynamik für Miete wie Wohneigentum. Allerdings sehen wir auch, dass es trotz der verhältnismäßig günstigen Preise schon erste Ausweichbewegungen ins nähere Umland gibt“, sagt Anika Schönfeldt-Schulz, Vorsitzende des IVD Nord.

Erläuterungen zum IVD-Wohnpreisspiegel und zur Methodik finden Sie unter folgendem Link:

https://ivd.net/2020/09/datenerlaeuterungen-zum-ivd-wohn-preisspiegel/