Immobilienverband IVD Nord

Bundesweit hohe Nachfrage nach Wohneigentum – hohe Nachfrage nach Eigentumswohnungen in Niedersachsen und Bremen

  • Bundesweite Preisdynamik bei Mieten und Kaufpreisen lässt etwas nach
  • Wert von Einfamilienhäusern bundesweit plus 8,5 Prozent
  • Eigentumswohnungen in Bremen plus 12,8 Prozent, in Niedersachsen plus 7,8 Prozent

Der deutsche Wohnungsmarkt zeigt sich trotz Corona-Krise sehr stabil, das zeigt der aktuelle IVD-Wohnpreisspiegel 2020/2021. Der IVD Research hat dabei auf Basis von Daten aus dem ersten Halbjahr 2020 drei deutliche Trends ermittelt. Erstens: Die Mietpreise steigen bundesweit nur noch im Rahmen der Inflationsrate. Zweitens: Eigentümer können sich über einen deutlichen Wertzuwachs ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Hauses freuen. Dies ist besonders bei Einfamilien- und Reihenhäusern der Fall. Drittens: Eigentumswohnungen in Niedersachsen und insbesondere Bremen weisen Wertzuwächse stärker als im Bundesdurchschnitt auf.

Die Werte für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert stiegen im bundesweiten Durchschnitt deutlich mit 7,5 Prozent (2019: plus 8,3 Prozent). Der durchschnittliche Kaufpreis liegt aktuell bei rund 2.330 Euro je Quadratmeter. In den Top-7-Städten fiel der Wertzuwachs mit 8,8 Prozent weiterhin stärker aus als im bundesweiten Durchschnitt. Aber auch dort zeigt sich ein leichtes Abflachen der Preiskurve (2019: plus 10,4 Prozent). Dagegen hat sich der bundesweite Wertzuwachs für Einfamilienhäuser erhöht. Im Bestand mit mittlerem Wohnwert stiegen die Preise um 8,5 Prozent (2019: plus 6,6 Prozent) auf 417.000 Euro im bundesweiten Durchschnitt. Diese positive Entwicklung zeigt sich in diesem Jahr besonders in den Mittel- und Kleinstädten.

Bei den Wohnungsmieten (Bestandswohnungen) lag das bundesweite Plus bei 2,6 Prozent (2019: plus 3,1 Prozent). Das ist der schwächste Preisanstieg der vergangenen zehn Jahre. Im Durchschnitt beträgt die (Nettokalt-)Miete pro Quadratmeter rund 8,30 Euro.

„Der Wohnungsmarkt in Deutschland zeigt sich etwas weniger dynamisch als im Vorjahr, aber weiterhin sehr robust. Größere Corona-Effekte sind nicht festzustellen. Die hohe Kaufpreisdynamik belegt das anhaltend große Interesse nach Wohneigentum. Auffällig sind in diesem Jahr die positive Entwicklung bei Einfamilienhäusern und der Trend, vermehrt ins Umland ziehen zu wollen. Beides profitiert von der Corona-Krise. Junge Familien mit Kindern suchen sich mehr Freiraum und Sicherheit in den ländlicheren Regionen. Mit Homeoffice und flexibleren Arbeitsplatzmodellen erspart man sich Pendlerzeiten. Offensichtlich nimmt diese Verschiebung der Wohnungsnachfrage auch Druck von den Wohnungsmieten“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

 

Eigentumswohnungen in Bremen plus 12,8 Prozent, in Niedersachsen plus 7,8 Prozent

Eigentumswohnungen weisen bundesweit in Niedersachsen und Bremen die stärkste Preisdynamik auf. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine Bestandswohnung mit mittlerem Wohnwert stieg in Niedersachsen mit 7,8 Prozent und in Bremen mit sogar 12,8 Prozent kräftiger als im bundesweiten Durchschnitt. In Niedersachsen gab es die stärksten Preisanstiege in den Mittelstädten Delmenhorst (16,7 Prozent) und Wolfenbüttel sowie in der Landeshauptstadt Hannover (14,3 Prozent). Im Durchschnitt kostet eine Eigentumswohnung in beiden Bundesländern fast dasselbe. Der durchschnittliche Kaufpreis beträgt in Niedersachsen 1.790 Euro pro Quadratmeter, in Bremen 1.880 Euro.

Bei der Preisentwicklung von Einfamilienhäusern zeigt sich dagegen kein großer Unterschied zwischen den beiden Bundesländern. In Bremen verteuerten sich Bestandshäuser mit mittlerem Wohnwert mit 6,7 Prozent, in Niedersachsen mit lediglich 5,5 Prozent. Beide Werte liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Auch die absoluten Durchschnittspreise für ein Einfamilienhaus liegen deutlich unter dem bundesweiten Niveau, in Bremen bei rund 274.000 Euro, in Niedersachsen bei rund 280.000 Euro. Einzelne Städte in Niedersachsen weisen allerdings deutlich abweichende Preise auf, so wie die Inselstadt Norderney (750.000 Euro) und Lüneburg (400.000).

Die Mieten in Niedersachsen für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert entwickelten sich auf Bundesniveau mit plus 2,5 Prozent. Die höchsten Preisanstiege verzeichnen Delmenhorst mit 7,7 Prozent und Osnabrück mit 7,1 Prozent. Der Durchschnittsmietpreis in Niedersachsen beträgt 7,70 Euro pro Quadratmeter. In Bremen stagnierten die Mietpreise bei 7,60 Euro pro Quadratmeter.

„Der Immobilienmarkt trotzt der Corona-Krise. Eigentümer können sich in Niedersachsen und Bremen auch im Corona-Jahr 2020 über einen weiteren Wertzuwachs ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Hauses freuen. Weiterhin sind in Bremen Eigentumswohnungen sehr beliebt. Dazu mag das im bundesweiten Vergleich noch relativ günstige Preisniveau beitragen. Die Nachfrage strahlt sogar ins benachbarte Delmenhorst aus. In Niedersachsen zeigt sich der Wohnungsmarkt insgesamt etwas ausgeglichener“, sagt Anika Schönfeldt-Schulz, Vorsitzende des IVD Nord.

 

Erläuterungen zum IVD-Wohnpreisspiegel und zur Methodik finden Sie unter folgendem Link:

https://ivd.net/2020/09/datenerlaeuterungen-zum-ivd-wohn-preisspiegel/